Die Baumbestattung hat sich in den letzten Jahren zu einer immer beliebteren Alternative zur klassischen Erd- oder Urnenbeisetzung entwickelt. Sie bietet einen naturnahen, friedvollen Ort der letzten Ruhe und entlastet die Angehörigen von der traditionellen Grabpflege.
Bei dieser Form der Baumbestattung wird die Asche des Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt, der als natürliches Grabmal dient.
Obwohl das Konzept einfach erscheint, erfordert die Organisation dieser Baumbestattung eine Reihe spezifischer Schritte, die sich von denen einer herkömmlichen Beerdigung unterscheiden. Ein strukturierter Plan hilft den Hinterbliebenen, den Abschied in Ruhe und Würde zu gestalten.
Die grundsätzliche Entscheidung und Wahl des Ortes
Der erste Schritt ist die Klärung, ob der Verstorbene eine Feuerbestattung gewünscht hat, denn die baumbestattung setzt immer eine vorherige Kremation voraus. Anschließend muss der Bestattungsort gewählt werden.
In vielen Regionen gibt es spezielle Bestattungswälder, die unter Namen wie RuheForst oder FriedWald bekannt sind, aber auch immer mehr kommunale Friedhöfe bieten eigene Areale für naturnahe Bestattungen an.
Bei der Wahl des Waldes oder Areals sollten Angehörige die Erreichbarkeit, die Atmosphäre und die spezifischen Regelungen des Betreibers prüfen. Hierbei gilt es auch zu entscheiden, ob ein individueller Familien- oder Gemeinschaftsbaum infrage kommt.
Beauftragung des Bestattungsunternehmens und der Kremation
Sobald der Bestattungsort feststeht, muss ein Bestattungsunternehmen beauftragt werden. Es übernimmt die Überführung des Leichnams, die hygienische Versorgung, die Einsargung und die notwendige Einäscherung.
Das Unternehmen kümmert sich um alle Formalitäten, insbesondere um die Beantragung der Sterbeurkunde und die Freigabe zur Kremation.
Da die Baumbestattung besondere Anforderungen an die Urne stellt (biologische Abbaubarkeit), muss das Bestattungsunternehmen gewährleisten, dass nur eine zulässige Urne verwendet wird.
Auswahl des Baumes und der Ruhestätte
Im ausgewählten Bestattungswald erfolgt die eigentliche Wahl des Baumes. Dies kann oft in Begleitung eines Försters oder Mitarbeiters des Waldes geschehen.
Die Auswahl sollte sowohl emotionale Aspekte (die Schönheit des Baumes, seine Art) als auch praktische Überlegungen (Lage, Zugänglichkeit) berücksichtigen.
Jeder Baum ist in der Regel mit einer kleinen Plakette gekennzeichnet, die das Baum-Kennzeichen trägt – dies dient den Angehörigen als Orientierungspunkt, da auf Grabschmuck oder traditionelle Grabsteine verzichtet wird.
Planung der Zeremonie und des Abschieds
Die Zeremonie bei einer Baumbestattung ist oft schlichter und naturnäher als eine klassische Trauerfeier in einer Kapelle.
Klären Sie mit dem Waldbetreiber und dem Bestattungsunternehmen, ob eine Trauerrede am Baum, an einem zentralen Andachtsplatz im Wald oder bereits vorab in einem kleineren Kreis stattfinden soll.
Da die Wege im Wald oft naturbelassen sind, sollte bei der Gästeliste auf die Mobilität der Teilnehmer geachtet werden. Meist ist das Ablegen von Blumen oder Gestecken nur in sehr begrenztem, biologisch abbaubarem Umfang gestattet.
Kosten und Vorsorge für die Baumbestattung
Die Kostenstruktur einer Baumbestattung unterscheidet sich von anderen Bestattungsarten. Zwar entfallen die Kosten für die Grabpflege und oft auch für einen Grabstein, jedoch fallen Gebühren für die Einäscherung, die biologisch abbaubare Urne und die Nutzung des Ruheforstes an.
Letztere variieren je nach gewähltem Baum (Gemeinschaftsbaum ist günstiger als ein Familienbaum). Eine frühzeitige Bestattungsvorsorge kann die gesamte Planung vereinfachen und die finanziellen Aspekte bereits zu Lebzeiten regeln, was die Angehörigen maximal entlastet.
Information und Dokumentation
Nach der Beisetzung ist die genaue Dokumentation des Ortes wichtig. Der Waldbetreiber übermittelt den Angehörigen in der Regel eine Urkunde mit den genauen Koordinaten und der Kennzeichnung des Baumes.
Dies dient als fester Bezugspunkt für spätere Besuche. Es ist ratsam, alle Details der Bestattung und die Lage des Baumes innerhalb der Familie zu kommunizieren, da keine klassischen Grabmale zur Orientierung dienen.